YouTuber erreichen mehr

Lange Jahre waren es in Deutschland die großen Verlage, die dem Land die Faszination Auto näherbrachten. Allen voran die Autobild aus dem Hause Springer. Doch ist hier seit einigen Jahren ein deutlicher Trendwechsel zu beobachten. Die Wege, über die sich die Menschen informieren haben sich geändert und die Transparenz der Plattform YouTube erlaubt uns einen Blick auf die tatsächlichen Zahlen zu werfen. Einer der größten deutschen Autokanäle wird von einem gewissen Jean Pierre Krämer aus Dortmund betrieben. Er hat es innerhalb weniger Jahre geschafft, dem gesamten deutschen Auto-Journalismus den Rang abzulaufen. Niemand erreicht online so viele wie er, und die die ihm folgen, vertrauen seinen Erklärungen und Empfehlungen.

Ein direkter Vergleich deckt es auf

In unserem heutigen Artikel wollen wir die YouTube-Kanäle von der Autobild und von Jean Pierre Krämer einmal näher betrachten. In nur einem einzigen Vergleichspunkt kann der Kanal der Autobild den von Krämer schlagen: Beim Alter. Der Autobild Kanal ist seit 2006 online, der von Krämer erst seit 2012. In diesen Zeiträumen schaffte es der Autobild-Kanal, 360.000 Abonnenten zu gewinnen, bei Krämer sind es ganze 1,7 Millionen. Doch sind dies keine Karteileichen, sondern aktive Nutzer wie die Aufrufe der einzelnen Videos eindrucksvoll belegen. Wenn bei Krämer ein Video hochgeladen wird, so schauen sich dies innerhalb von 24 Stunden ungefähr 500.000 Menschen an, bei der Autobild liegt dieser Wert bei ungefähr 15.000. Die Unterschiede sind so eklatant, dass die Autoindustrie ihre PR-Arbeit dem neuen Szenario anpassen musste.

Dies ist nicht die einzige Branche

Diese Art von neuer Konkurrenz sieht sich nicht nur der klassische Auto-Journalismus ausgesetzt, auch in anderen Branchen machen die YouTuber den Etablierten die Meinungsführerschaft streitig. Die Industrie reagierte schnell und stellte sich um, Beispiele gibt es viele, denn auch Instagram hat viele neue Meinungsführer hervorgebracht, auf die vor allem die Mode-Industrie reagiert hat. Wer z. B. einen neuen Store für Schuhe eröffnen will, der kommt nur schwer drumherum einen der neuen Meinungsführer als Zugpferd zu gewinnen.

Für die neuen Stars beginnt ein völlig neues Leben

Wer so viele Menschen an sich binden kann wie Jean Pierre Krämer, der kann sich attraktiver Angebote gewiss sein. Der ein oder andere von ihnen hat diese Karriere so geplant und akribisch daran gearbeitet, bei anderen wiederum kam der Erfolg über Nacht und es war eher zufällig.

Was bedeutet dies für die Medienlandschaft? Hier ist wohl mit weiteren Konsolidierungen zu rechnen. Die neue Konkurrenz kann im Jahre 2019 die Menschen einfach besser überzeugen. Ob dies ein Trend ist oder ein dauerhafter Zustand wird wohl erst in fünf bis zehn Jahren verlässlich beantwortet werden können. Bis dahin dürfen wir uns von den neuen Stars der Branche vorzüglich unterhalten lassen, denn die Qualität der Beiträge ist oft bestechend gut und macht stets einen hochprofessionellen Eindruck. Dies ist ein weiterer erstaunlicher Aspekt, und bei dieser Disziplin wird es sehr schwer zu kontern.

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